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Kulturvermittlung & Wertschöpfung

Niveau

1. Studienzyklus, Bachelor

Lernergebnisse der Lehrveranstaltungen/des Moduls

Die Teilnehmer:innen:
• lernen wesentliche Ansätze und Strategien zeitgenössischer Kulturvermittlung (diversitätssensibel, diskriminierungskritisch und inklusionsorientiert) im analogen wie im digitalen Raum kennen und erhalten vertieften Einblick in kulturelle Wertschöpfungsketten im Resonanzraum gesellschaftlicher Öffentlichkeiten und demokratietheoretischer Maximen.
• durchdringen vertieft ein Konzept der Kulturvermittlung, das der zukunftsorientierten Transformation des Kultursektors Rechnung trägt und auf einem demokratischen und dialogorientierten Mediations-Ansatz basiert.
• erhalten dementsprechend erstens Einblick in den aktuellen Theoriediskurs sowie in gegenwärtige Tendenzen der (Nicht-)Besucher:innenforschung und entwickeln ein vertieftes Verständnis für die Hintergründe dieses Paradigmenwechsels in der Kulturarbeit.
• lernen zweitens eine Reihe von analogen wie digitalen Good Practice-Beispielen kennen, anhand derer sie die praktische Umsetzung und Evaluation vielfältiger Vermittlungsmethoden und -strategien unmittelbar nachvollziehen und beschreiben können.
• erlangen drittens die Fähigkeit, die erarbeiteten Praxisbeispiele in Relation zu den Theoriediskussionen zu beschreiben sowie diese auf der Folie aktueller gesellschaftspolitischer und technologischer Entwicklungen zu diskutieren und zu analysieren.
• werden mit dem Konzept der Cultural Value Creation vertraut gemacht und setzen sich differenziert mit der Wertschöpfung in und durch kulturelle Bildung und Kulturvermittlung auseinander, nicht zuletzt vor dem Hintergrund sozialer Nachhaltigkeitsdebatten im Kontext der SDGs.

Voraussetzungen der Lehrveranstaltung

keine Angabe

Lehrinhalte

Der Kulturbetrieb befindet sich derzeit aufgrund tiefgreifender soziodemographischer, technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen in einem umfassenden Transformationsprozess. Die Möglichkeit, analoge und digitale kulturelle Teilhabeangebote für alle Teilnehmer:innen der Gesellschaft zu schaffen, ist dabei eine der zentralen Aufgaben von Kulturinstitutionen. Dies liegt zum einen daran, dass seit geraumer Zeit ein Schwund traditioneller Publika zu verzeichnen ist und europäische Gesellschaften diverser und vielfältiger werden, was auch Kulturinstitutionen abbilden müssen, wenn sie diese un(ter)repräsentierten Publika erreichen und einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten wollen. Zum anderen stellen digitale Angebote der Medienindustrie eine zentrale Konkurrenz zu Kulturangeboten vor Ort dar und werfen die Frage auf, welche Rolle hochkulturelle Sparten wie öffentlich finanzierte Theater, Konzerthäuser und Museen in der Erlebnisgesellschaft spielen. Gleichzeitig erweitert die Digitalisierung aber auch den Rezeptionsraum und die Reichweite von Kulturangeboten und verändert Nutzerverhalten und Kulturerleben signifikant, wie nicht zuletzt die Covid19-Pandemie gezeigt hat. Wer auf welche Weise an Kultur teilhat, welche neuen Angebotsformate entstehen und welche Kulturbegriffe empirisch relevant sind, werden damit zur entscheidenden Forschungsfrage für ein zeitgemäßes Kulturmanagement. Der Kurs setzt sich daher intensiv mit diesen Entwicklungen auseinander beleuchtet vielfältige Ansätze zeitgenössischer kultureller Mediationsarbeit und Wertschöpfung, angefangen von Community Management und Demokratieförderung über Partizipation und Co-Kreation bis hin zu Gamification und Edutainment.

Empfohlene Fachliteratur

Benington, J., & Moore, M. (Hg.) (2011). Public Value. Theory and Practice. Palgrave Macmillan.
Bryson, J.M., Crosby, B.C., & Bloomberg, L. (Hg.) (2019). Creating Public Value in Practice. Advancing the Common Good in a Multi-Sector, Shard-Power, No-One-Wholly-in-Charge-World. Routledge.
Holst, C. (Hg.) (2020). Kultur in Interaktion. Co-Creation im Kultursektor. Springer Gabler.
Holst, C. (2021). Digitale Kulturkommunikation. Grundlagen, Strategien und praktische Umsetzung. Springer Gabler.
Kulturstiftung des Bundes (Hg.) (2022). Diversitätskompass. Wie können Kulturinstitutionen diverser werden? Erfahrungen aus dem 360° Programm. Gallery Print.
Mandel, B. (2016). Teilhabeorientierte Kulturvermittlung, Diskurse und Konzepte für eine Neuausrichtung des öffentlich geförderten Kulturlebens. Bielefeld: Transcript.
Lang, S. (2015): Partizipatives Kulturmanagement Interdisziplinäre Verhandlungen zwischen Kunst, Kultur und Öffentlichkeit. Transcript.
Lauer, T. (2019). Change Management. Grundlagen und Erfolgsfaktoren. 3. Auflage. Springer Gabler.
Pöllmann, L., & Herrmann, C. (Hg.) (2019). Der digitale Kulturbetrieb. Strategien, Handlungsfelder und Best Practices des digitalen Kulturmanagements. Springer Gabler.
Renz, T. (2016). Nicht-Besucherforschung: Die Förderung kultureller Teilhabe durch Audience Development. Bielefeld: transcript.
Sternfeld, N. (2018). Das radikaldemokratische Museum. De Gruyter.
Sunderbrink, S. (2023). Crashkurs Community Management. Erfolgreich Communitys aufbauen und pflegen. Haufe.
Tokarski, K.O., Endrissat, N., & Kissling-Näf, I. (Hg.) (2024). Transformationen gestalten. Beiträge aus Forschung und Praxis des privaten und öffentlichen Sektors. Springer Gabler.

Bewertungsmethoden und -Kriterien

Portfolioprüfung

Unterrichtssprache

Deutsch

Anzahl der zugewiesenen ECTS-Credits

4

Semesterwochenstunden (SWS)

Geplante Lehr- und Lernmethode

Integrierte Lehrveranstaltung, Case Studies, Diskussion, Gruppenarbeiten, Präsentationen

Semester/Trisemester, In dem die Lehrveranstaltung/Das Modul Angeboten wird

4

Art der Lehrveranstaltung/des Moduls

Art der Lehrveranstaltung