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Betriebliche Resilienz lehrt Krisen frühzeitig zu erkennen

  • 12.12.2025
  • Forschung
Eine Gruppe von Menschen vor neben einem Plakat vor einem Fenster.
© HOK

Teilnehmende des Zertifikatslehrgangs Resilienzmanager:in im Tourismus an der FH Kufstein Tirol.

Der neue Zertifikatslehrgang Resilienzmanager:in im Tourismus nimmt Fahrt auf: Im Oktober 2025 begann die Lehrveranstaltung Betriebliche Resilienz I. Die Teilnehmenden erhielten grundlegende Einblicke in zentrale Krisen- und Resilienz-Themen und wurden so optimal auf die weiteren Inhalte des Lehrgangs vorbereitet.

Ende Oktober 2025 startete die dreiteilige Lehrveranstaltung Betriebliche Resilienz I: Widerstandsfähigkeit & Krisenprävention – als ein zentraler Bestandteil des berufsbegleitenden Zertifikatslehrgangs Resilienzmanager:in im Tourismus. 

Als Kernmodul des in Kooperation mit der FH Salzburg und im Rahmen des INTERREG-Projekts Resilienter Tourismus durchgeführten Programms erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Krisentypen, Früherkennung, Stakeholder-Management und Krisenbewältigung im Tourismus. Unter der Leitung von Prof. Dr. Nicola Zech erweiterten sie ihr Verständnis dafür, wie touristische Organisationen Krisen frühzeitig erkennen und durch präventives Handeln langfristig widerstandsfähig aufgestellt werden können.

Krisentypen und betriebliche Widerstandsfähigkeit

Zum Auftakt gab es in der ersten Online-Session einen fundierten Einstieg in die Grundlagen der betrieblichen Resilienz. Prof. Dr. Nicola Zech zeigte auf, welche Komponenten wesentlich sind und welche Rahmenbedingungen betriebliche Resilienz fördern. Dazu zählen unter anderem eine offene und innovationsbereite Unternehmenskultur, technologische Robustheit sowie flexible und anpassungsfähige Strukturen und Prozessen.

Darüber hinaus lernten die Teilnehmenden verschiedene Krisentypen und deren Auswirkungen auf betriebliche Strukturen und Entscheidungsprozesse kennen – von wirtschaftlichen und gesundheitlichen bis hin zu technologischen und reputationsbezogenen Herausforderungen.

Menschen in einem Vorlesungsaal, die einer anderen Person zuhören.
© HOK

Die dreiteilige Lehrveranstaltung startete im Oktober 2025 mit dem Modul Betriebliche Resilienz I: Widerstandsfähigkeit & Krisenprävention. 

Instrumente der Krisenidentifikation

Der Fokus der zweiten Einheit als ganztägige Präsenz-Veranstaltung an der FH Kufstein Tirol lag auf Analysewerkzeugen, die Unternehmen dabei unterstützen, kritische Entwicklungen rechtzeitig zu identifizieren. 

Die Teilnehmenden arbeiteten mit einer Vielzahl an Methoden, darunter:

  • Frühwarnindikatoren wie Stornierungsraten, Buchungsrückgänge oder Gästefeedback sowie Social Media Trends;
  • Szenarioanalysen, um mögliche Zukunftsentwicklungen – von Pandemien bis zu IT-Ausfällen – realistisch einzuschätzen;
  • Stakeholder-Befragungen, die wertvolle Hinweise auf interne und externe Risikofaktoren liefern;
  • SWOT- und PESTLE-Analysen, um Schwachstellen aufzudecken und externe Einflussfaktoren zu bewerten.

Dabei wurde deutlich, wie stark die Tourismusbranche von äußeren Faktoren beeinflusst wird – etwa politischen Rahmenbedingungen, Wetterextremen, globalen Markttrends oder medialen Stimmungsbildern. Eine kontinuierliche Beobachtung dieser Entwicklungen ist heute unverzichtbar, um resilient reagieren zu können. Magdalena Ofer, Lehrgangsteilnehmerin und stellvertretende Leitung des Tourismusmarketings Wilder Kaiser, betont: „Gerade im Tourismus geht es ständig darum, sich anzupassen. Schwierige Situationen erfordern flexible Reaktionen und genau das muss man lernen.“

Ein Höhepunkt des Tages war eine interaktive Gruppenarbeit, in der die Teilnehmenden anhand einer realen touristischen Krise erarbeiteten, wie deren Identifikation und Management in der Praxis umgesetzt werden kann.

Eine Gruppe von Menschen von Hinten in einem Hörsaal, vorne eine Präsentation.
© HOK

In interaktive Gruppenarbeiten erarbeiteten die Teilnehmenden Lösungsvorschläge für reale touristische Krisen.

Risikomanagement und Krisenbewältigung

In der dritten Einheit Ende November vertieften die Teilnehmenden in einem abschließenden Online-Termin die Rolle von Stakeholdern im gesamten Krisenverlauf und erörterten, warum ihre Ansprüche gezielt berücksichtigt werden sollten. Anhand einer Stakeholder-Map und einer taktischen Matrix wurde diskutiert, wie Einfluss, Priorisierung und Kommunikationswege in Krisen systematisch gesteuert werden können. Darüber hinaus verdeutlichte das integrierte Krisenmanagement-Modell von Prof. Dr. Nicola Zech, wie Prävention, Bereitschaft, Reaktion und Erholung ineinandergreifen, um touristische Organisationen erfolgreich durch Krisen zu führen.

Ausblick auf die weiteren Lehrgangsmodule

Nach dem erfolgreichen Start können sich die Teilnehmenden auf spannende weitere Module freuen. „Der Lehrgang ist ideal für alle, die Austausch auf Augenhöhe suchen, Expertise von Fachexperten erhalten und langfristig etwas bewegen möchten – sei es persönlich, im Betrieb oder in einer Destination“, betont Thomas Wurzinger, Lehrgangsteilnehmer und Nachhaltigkeitsmanager bei der Saalfelden Leogang Touristik GmbH.

Nach diesem positiven Feedback geht es im Lehrgang Resilienzmanager:in im Tourismus in den kommenden Monaten mit dem Modul Regionale Resilienz weiter. Dieses kann auch einzeln als Micro-Credential mit 5 ECTS absolviert werden, wobei Anmeldungen noch möglich sind. 

Die nächsten vollständigen Lehrgänge starten am 23. Januar 2026 sowie am 9. Oktober 2026. Dank der INTERREG-Förderung ist die Teilnahme an allen Veranstaltungen im Jahr 2026 kostenfrei.

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