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Forschungsvielfalt auf der IMC 2025 in Innsbruck

  • 22.12.2025
  • Forschung
Vier Personen vor einem Gebäude im Selfie-Modus aufgenommen.
© HOK

Thomas Schmiedinger, Martin Schafferer, Bernada Keßler und Helena Gey (v.l.n.r.) stellten ihre Forschungsprojekte mit alpinem Bezug auf der IMC 2025 in Innsbruck vor.

Im September 2025 stellte das Forschungsteam der FH Kufstein Tirol auf der International Mountain Conference in Innsbruck vier aktuelle Projekte vor. Vor 1.200 internationalen Expert:innen demonstrierten sie innovative Ansätze und unterstrichen zugleich die Vielfalt des Forschungsspektrums der Hochschule.

Die International Mountain Conference (IMC) fand Mitte September 2025 in Innsbruck statt. Diese interdisziplinäre Konferenz fand heuer zum dritten Mal statt und brachte 1.200 Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt in Innsbruck zusammen. Unter dem Motto Mountains of Knowledge – Synthesize Knowledge of Mountains diskutierten die Expert:innen über die unterschiedlichsten Entwicklungen des Lebensraum Berg und kombiniert die verschiedensten Bereiche aus Natur-, sozial und technischen Wissenschaften in der Hauptstadt der Alpen Innsbruck.

Das Forschungsteam der FH Kufstein Tirol – Helena Gey, MSc, Bernarda Keßler, BSc, Martin Schafferer, MSc, und Prof. (FH) Dipl.-Ing. Thomas Schmiedinger, PhD – präsentierte Ergebnisse aus innovativen Entwicklungen in den Bereichen Naturmessungen, materialtechnischen Lösungen für den alpinen Raum sowie der Tourismusentwicklung.

Forschungsbereich Alpine-IoT mit drei Projekten vertreten

Die Arbeitsgruppe Alpine-IoT präsentierte auf der Konferenz drei verschiedene Forschungsprojekte und zeigte dabei die vielfältigen Aspekte der Produktentwicklung für den alpinen Raum auf. Das Team spannte den thematischen Bogen von der Analyse additiv gefertigter Materialien (FDM) über kosteneffiziente Monitoring-Systeme für Massenbewegungen bis hin zur Radarentwicklung für das Gleitschnee-Monitoring.

Im Zentrum stand dabei die Frage, wie moderne Sensortechnologien, digitale Messverfahren und Materialinnovationen kombiniert werden können, um extreme Umweltbedingungen besser zu erfassen und technische Lösungen für alpine Herausforderungen zu entwickeln. Durch diese interdisziplinäre Herangehensweise werden neue Wege eröffnet, um den alpinen Raum sicherer, nachhaltiger und technologisch zukunftsfähig zu gestalten. 

Bernarda Keßler stellte ihre Forschungsergebnisse zu den Eigenschaften und dem Verhalten von additiv gefertigten Polymeren unter alpinen Bedingungen vor. Dabei wurde analysiert, wie sich Temperaturwechsel und Feuchtigkeit auf die Stabilität von FDM-gedruckten Bauteilen auswirken. Ziel der Forschung war es, Materialien zu identifizieren, die für dauerhafte Anwendungen im Hochgebirge – etwa für Gehäuse von Messgeräten – geeignet sind.

Als zweites Thema stellte Thomas Schmiedinger ein Low-Cost-System zur Echtzeitmessung von Bodenbewegungen vor, das Prognosen mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich ermöglicht. Die entwickelte Technologie basiert auf einer Kombination von Low-Cost-Komponenten, welche eine kontinuierliche Überwachung von Hangbewegungen oder Setzungsprozessen ermöglichen soll. Durch diese kostengünstige und energieeffiziente Lösung können Frühwarnsysteme auch in schwer zugänglichen Gebieten realisiert werden, was insbesondere für den Naturgefahren- und Katastrophenschutz große Bedeutung hat.

Das dritte Projekt beschäftigte sich mit der radarbasierten Erkennung von Wasserfilmen unter der Schneedecke. Die Forschungsarbeit von Martin Schafferer liefert dabei wichtige Grundlagen für das Verständnis von Gleitprozessen bei Schnee und trägt zur Verbesserung von Sicherheitsanalysen im alpinen Wintertourismus sowie in der Lawinenforschung bei. Die experimentellen Untersuchungen im Labor bilden die Basis für die spätere Entwicklung von robusten Sensorsystemen, die direkt im Gelände eingesetzt werden können.

„Die Entwicklung eigener Mess- und Monitoringverfahren ist entscheidend für den Schutz und die Nutzung des alpinen Raums – genau hier setzen wir in der Forschung und Entwicklung an, um individuelle Lösungen für alpine Bereiche und Forschungen zu entwerfen“ erklärt Martin Schafferer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der FH Kufstein Tirol. 

Resilienter Tourismus: Anpassungsfähigkeit alpiner Destinationen

Helena Gey gab in ihrem Vortrag über das vierte vorgestellte Projekt Resilienter Tourismus einen Einblick in den Resilienz-Index für Tourismusdestinationen, welcher die Regionen in Oberbayern, Tirol und Salzburg hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Resilienz bewertet und im Vergleich mit dem Projektgebiet einordnet. Im Kontext der Klimawandelanpassung alpiner Tourismusdestinationen ist insbesondere die ökologische Dimension relevant. Sechs Indikatoren wurden für alle Tourismusverbände des Projektgebiets analysiert, um die ökologische Resilienz der Destinationen abzubilden. Neben beispielhaften Kennzahlen ging Helena Gey auch auf die Handlungsfelder ein, in denen Tourismusregionen aktiv werden können, um langfristig nachhaltiger und widerstandsfähiger agieren zu können.

Konkret empfohlene Maßnahmen betreffen beispielsweise die Förderung nachhaltiger Mobilität, den Ausbau umweltfreundlicher Tourismusangebote, die Sensibilisierung lokaler Akteur:innen sowie die Stärkung regionaler Kooperationen.

Das Projekt Resilienter Tourismus, gefördert durch das EU-Programm Interreg Bayern-Österreich, wird in enger Zusammenarbeit zwischen der FH Kufstein Tirol, der FH Salzburg sowie der Österreichischen Hotelvereinigung und der Chiemgau GmbH Tourismus umgesetzt. Gemeinsam untersuchen die beiden Hochschulen unter anderem, wie Tourismusregionen in den Alpen widerstandsfähiger gegenüber den vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit werden können – insbesondere in Hinblick auf den Klimawandel, gesellschaftliche Veränderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten.

Das Projekt verdeutlicht, dass Resilienz im Tourismus weit über wirtschaftliche Kennzahlen hinausgeht. Sie entsteht durch das Zusammenspiel ökologischer Verantwortung, sozialer Beteiligung und innovativer regionaler Strategien – und zeigt, wie Hochschulforschung konkrete Impulse für eine nachhaltige Entwicklung im Alpenraum geben kann.

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