MÜNCHENS STADTQUARTIERE: NACHHALTIGKEIT ZUM ANFASSEN
- 01.01.2026
- News Studiengang
Studierende der FH Kufstein Tirol bei der Exkursion zur nachhaltigen Stadtentwicklung in München.
Von industrieller Vergangenheit hin zu klimabewusster Zukunft: Masterstudierende der FH Kufstein Tirol erkundeten im Werksviertel München innovative Projekte zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Trotz des grauen Wetters bot die Exkursion spannende Einblicke in zukunftsfähige urbane Räume.
Wie wird aus einem alten Industrieareal ein lebendiges Stadtquartier? Welche Rolle spielen gemeinschaftliche Wohnformen, kreative Zwischennutzungen und erneuerbare Energien? Und wie können Städte sozial, ökologisch und architektonisch zugleich wachsen? Mit diesen Fragen im Gepäck machten sich die Masterstudierenden des berufsbegleitenden Studiengangs Energie- & Nachhaltigkeitsmanagements der FH Kufstein Tirol auf den Weg ins Werksviertel München – ein Areal, das 2023 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet wurde und heute zeigt, wie Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit in einem nachhaltigen Stadtquartier zusammenfinden können.
Für die Studierenden bot die Exkursion wertvolle Einblicke und lebhafte Diskussionen. Studiengangsleiter Asc. Prof. (FH) Dipl.-Ing. Christian Huber betont die Bedeutung solcher Erfahrungen: „Exkursionen wie diese machen Nachhaltigkeit greifbar. Wer direkt vor Ort sieht, welche Ideen funktionieren und wie viel Engagement in solchen Projekten steckt, bekommt ein völlig anderes Verständnis für die Entwicklung einer Stadt.“
Nachhaltigkeit, Kreativität und Wohnkomfort in München
Gleich zu Beginn zeigte das Werksviertel, wie ein ehemaliges Industriegebiet völlig neu gestaltet werden kann. In Ramersdorf erhielten die Studierenden Einblicke in genossenschaftliche Wohnformen und ein Quartier, das energetisch modernisiert wurde und zugleich familien- und altersgerechtes Wohnen ermöglicht. Besonders spannend waren zwei sehr unterschiedliche Beispiele kreativer Zwischennutzung: Die Riesige Rosi, eine Unterführung, wurde zur größten öffentlichen Boulderwand der Welt umgestaltet, während die temporären Kulturflächen am ehemaligen Gasteig-Gelände Raum für Kunst, Ausstellungen und Veranstaltungen bieten. Auch der Prinz-Eugen-Park beeindruckte durch seine Mustersiedlung in Holzbauweise. Hier konnten die Studierenden erleben, wie nachhaltige Materialien, moderne Architektur und hoher Wohnkomfort zusammenkommen.
Auf dem Programm standen zudem die großen städtischen Verkehrsprojekte wie die 2. Stammstrecke und die Zukunft der Wärmeversorgung mit Tiefengeothermie. Den Abschluss bildete die Besichtigung einer solarthermischen Nahwärmeanlage mit saisonalem Großspeicher, die rund 320 Haushalte effizient und klimafreundlich versorgt.
Viele Eindrücke und neue Perspektiven
Besonders der Mix der besuchten Projekte beeindruckte die Studierenden: „Von Stadtentwicklung über Sanierung und Zwischennutzung bis hin zu Holzbau, Urban-Gardening-Projekten und erneuerbarer Wärmeversorgung war alles dabei. Das zeigt, dass nachhaltige Veränderungen am besten gelingen, wenn unterschiedliche Disziplinen zusammenarbeiten und neue Wege ausprobiert werden.“
Trotz des Regens nahmen die Studierenden viele positive Eindrücke mit nach Hause. Die Exkursion machte deutlich, wie viel Potenzial in mutigen Ideen und zukunftsorientierten Konzepten steckt – und wie wichtig es ist, Stadtentwicklung ganzheitlich zu denken.