Dass wir hier so zusammen sein können, das macht das Herz auf
- 01.08.2025
- Praxisprojekt
Team Kulturerlebnis Sommer 2025: Leonie Bachleitner, Fee Schmidt, Christina Bekeszus, Martje Ranis, Gastautorin Betül Licht, Lea Gratzer (v.l.n.r.).
Die türkisch-deutsche Autorin Betül Licht las Mitte Mai 2025 an der FH Kufstein Tirol aus ihrem Buch In meiner Not rief ich die Eule. Die Veranstaltung war Teil der Eventreihe Kulturerlebnisse und bot Raum für Dialog über Migration und gesellschaftliches Miteinander.
Im Rahmen eines Praxisprojekts des Studiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement der FH Kufstein Tirol verwandelte sich der Hochschulcampus am 19. Mai 2025 in einen Ort der Begegnung: Die türkisch-deutsche Autorin Betül Licht war zu Gast und stellte ihr Buch In meiner Not rief ich die Eule vor, in dem sie in sechs Briefen an eine Freundin von ihren Erfahrungen als Immigrantin in Kindheit und Jugend erzählt. Für eine aufgelockerte Atmosphäre sorgte in der Pause ein türkisches Fingerfood-Buffet, liebevoll zubereitet von Emel Akçay.
Die Veranstaltung war Teil der fortlaufenden Eventreihe Kulturerlebnis und entstand in Kooperation mit der Diversityabteilung der Stadt Kufstein sowie dem Studierendenverein ZeitFrei.
Die Organisation der Lesung war für uns eine praxisnahe und zugleich tiefgreifende Erfahrung mit gesellschaftlicher Relevanz.
Lea Gratzer
Studentin & Projektsprecherin
Die Reihe Kulturerlebnis verfolgt das Ziel, durch direkten Kontakt und Auseinandersetzung mit Minderheiten, Sensibilisierung zu fördern und Vorurteile abzubauen. Die offene Lesung mit anschließendem Dialog lud das Publikum dazu ein, über Migration, Identität und das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft nachzudenken.
Betül Licht wurde 1955 in der Türkei geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Deutschland. Ihre persönlichen Erfahrungen mit Migration und kulturellen Unterschieden prägen ihre literarische und berufliche Arbeit. Wenige Exemplare des vorgestellten Buchs sind ebenfalls in der kubi – Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit verfügbar.
Blick auf das Erbe der ersten Generation
Im Zentrum des Abends stand die Lebensrealität der ersten Generation türkischstämmiger Menschen in der deutschsprachigen Gesellschaft. Betül Licht, Autorin und langjährige Mitarbeiterin einer psychosozialen Beratungsstelle in Hamburg, gab durch ihre Lesung und persönliche Erfahrungen einen eindrucksvollen Einblick in Themen wie Entwurzelung, Fremdheit und Zugehörigkeit.
Wenn ein Mensch in der Fremde ungewollt ist – wie soll er sich da integrieren?
Betül Licht
Autorin
„Wenn ein Mensch in der Fremde ungewollt ist – wie soll er sich da integrieren?“, fragte die Autorin und eröffnete damit eine Diskussion über aktuelle Herausforderungen und Missverständnisse im Integrationsprozess.
Der anschließende Dialog zeichnete sich durch Offenheit, Respekt und gegenseitiges Zuhören aus. Rund 35 Gäste nahmen daran teil, darunter Studierende sowie Interessierte aus Kufstein und Umgebung.
Ein Abend mit Raum für Dialog und Verständnis
Den Zuhörer:innen gingen die Worte unter die Haut – denn die Inhalte waren keine leichte Kost. Mit klaren Worten appellierte Licht an die Bedeutung von Empathie und Wissen, um ein echtes Miteinander zu ermöglichen. Ihre zentrale Botschaft: Integration kann nur gelingen, wenn sie auf Augenhöhe stattfindet. „Niemand muss seine Werte aufgeben. Ich behalte meine, du behältst deine – aber wir treffen uns in der Mitte“, sagte sie im Gespräch.
Zurück blieb ein stilles Nachdenken über Zugehörigkeit, Verständnis und den Mut, einander wirklich zu begegnen.
Links:
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Dieser Artikel wurde von Studierenden des Vollzeit-Bachelorstudiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement im Rahmen ihres Praxisprojekts verfasst.