MOUNTAIN ECHOS SCHAFFT INKLUSIVES BERGERLEBNIS
- 13.11.2025
- Praxisprojekt
Das Praxisprojekt Team bei der Patscherkofel Bergstation: Coachin Monika Kohlhofer, Elena Grolmusz, Hannah Tauscher, Maren Linnemann, Lukas Ossinger, Valerie Eicher & Hannah Schinagl (v.l.n.r.).
Mitte Oktober 2025 zeigten Studierende beim Mountain Echos am Patscherkofel in Innsbruck, wie barrierefreier Bergsport für sehbehinderte Menschen gelingt: Mit Akustik, Tast-Erlebnissen und geführter Wanderung machte ihr Pilotprojekt Natur am Berg für alle erfahrbar – ein wichtiger Schritt im Bereich der Inklusion.
Mitte Oktober 2025 begrüßten sechs Studierende des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement der FH Kufstein Tirol zahlreiche Besucher:innen beim Mountain Echos am Patscherkofel in Innsbruck. Das Pilotprojekt zeigte eindrucksvoll, wie sich Inklusion im Bergsport praktisch umsetzen lässt. Denn in Tirol leben über 10.000 Menschen mit einer Sehbehinderung. Dennoch gibt es kaum barrierefreie Naturerlebnisse im alpinen Raum.
Das Event fördert den inklusiven Tourismus in Tirol.
Hannah Tauscher
Gründerin des Projekts
Die Gründerin des Projekts, Hannah Tauscher, sah hier ein großes Potenzial: „Mir kam die Idee für Mountain Echos durch einen Kurzfilm des blinden Bergsteigers Erik Weihenmayer. Das Event fördert den inklusiven Tourismus in Tirol – vor allem den Bergsport – und sensibilisiert die Gesellschaft für dieses wichtige Thema.“ Die Workshops und das Rahmenprogramm des Pilotprojekts zeigten, wie ein achtsamer und nachhaltiger Umgang mit der Umwelt ausschauen kann– ein Erlebnis, das für alle Beteiligten neue Perspektiven eröffnete.
Ein Pilotprojekt mit Herz
Bei strahlendem Sonnenschein erlebten die Teilnehmenden in Workshops die Natur mit all ihren Klängen, Düften und Berührungen. Die Programmleiterin des Praxisprojekts, Elena Grolmusz, absolvierte ihr Erststudium am Mozarteum Salzburg im Fach Elementare Musik- und Tanzpädagogik und ließ ihre Erfahrungen in die Gestaltung der Veranstaltung mit einfließen. „Für mich bedeutet Mountain Echos, kreative und inklusive Zugänge zur Natur zu schaffen – mit Musik, Tanz und Begegnung. Ich möchte Grenzen bewusst hinterfragen und neue Räume der Teilhabe öffnen.“ In Absprache mit Expert:innen der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs und des Blinden- und Sehbehindertenverbands Tirol schaffte die Praxisprojektgruppe mit ihrer Projektbetreuerin Asc. Prof. (FH) Mag. Monika Kohlhofer ein inklusives Programm, das möglichst vielen Menschen ein intensives Erlebnis am Berg ermöglichte.
Für mich bedeutet Mountain Echos, kreative und inklusive Zugänge zur Natur zu schaffen – mit Musik, Tanz und Begegnung.
Elena Grolmusz
Programmleiterin des Praxisprojekts
Von Tanzworkshops mit Augenbinden über Yoga-Einheiten bis hin zu Stimme- und Theaterkursen zeigten Expert:innen, wie sich Gäste mithilfe von Schall und Tastsinn orientieren können. Sehbehinderte Teilnehmer:innen wanderten gemeinsam mit Guides auf den Gipfel, während sehende Besucher:innen die Wahrnehmung von Menschen mit Sehbehinderungen selbst anhand von Simulationsbrillen testen konnten. „Als nicht betroffene Person gibt es vieles, an das man gar nicht denkt. Wie wichtig zum Beispiel ein Ruheraum ist. Wenn man nicht sieht und sich so stark auf die anderen Sinne verlassen muss, kann das sehr anstrengend werden – besonders bei einer Veranstaltung mit vielen Menschen“, erklärt Hannah. Ein breites Kinderprogramm mit Bastel- und Experimentierstationen machte das Thema Inklusion auch für die jüngsten Teilnehmer:innen erlebbar.
Starke Partnerschaften für Inklusion
Die Gestaltung dieses vielseitigen Programms stellte das Projektteam zu Beginn vor große Herausforderungen. Neben der fachlichen Expertise in Bezug auf die Barrierefreiheit, waren auch die finanziellen Mittel knapp. Damit Mountain Echos Wirklichkeit werden konnte, stand hinter dem Event ein breites Netzwerk aus Unterstützer:innen, das von den Sponsoringverantwortlichen Maren Linnemann und Hannah Tauscher rekrutiert wurde. Von der barrierefreien Website über die finanzielle Förderung bis hin zur barrierefreien Planung von Wegen von der Bus- bis zur Bergstation setzte das Team zahlreiche Maßnahmen um, damit alle Teilnehmenden ein sicheres und intensives Naturerlebnis genießen konnten.
Vielfältiges Rahmenprogramm bei Mountain Echos – Spaß für Groß und Klein garantiert.
Mountain Echos ist mehr als ein einmaliges Event. Es ist der Anfang einer langfristigen Vision, inklusiven Zugang zur Natur für alle Menschen zu fördern. In Zukunft sollen weitere Veranstaltungen stattfinden, auch für andere Behinderungsformen. Das Ziel ist es, dieses Event über Innsbruck hinaus bekannt zu machen und einen nachhaltig positiven Einfluss auf den barrierefreien Tourismus, die Natur und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Inklusion zu haben.
Links:
- Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement | bb
- Mountain Echos | Website
Dieser Artikel wurde von Studierenden des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement im Rahmen ihres Praxisprojekts verfasst.