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Kann man Fanliebe planen? Dieses Projekt wollte es wissen

  • 17.08.2026
  • News Studiengang
Studierende des Studiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement im Seminarraum der Hochschule Kufstein Tirol.
© HOK

Praxis statt Theorie: Studierende des Bachelorstudiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement entwickelten im Rahmen der Lehrveranstaltung Sportmanagement II Marketingkonzepte für reale Sportvereine.

Wie begeistert man Fans langfristig für einen Sportverein? Dieser Frage gingen Studierende der HOK | Hochschule Kufstein Tirol in einem Praxisprojekt nach. Statt fiktiver Fallstudien entwickelten sie Marketingkonzepte für reale Profivereine.

Wie gewinnt ein Sportverein neue Fans? Welche Rolle spielen Identifikation, Markenführung und Sponsoring? Und wie entwickelt man daraus eine schlüssige Marketingstrategie? Mit genau diesen Fragen beschäftigten sich Studierende des Bachelorstudiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement der HOK. In der Lehrveranstaltung Sportmanagement II arbeiteten sie nicht mit theoretischen Fallbeispielen, sondern entwickelten Marketingkonzepte für reale Vereine aus europäischen Profiligen.

Unter der Leitung von Prof. (FH) Dr. Claudia Stura, stellvertretende Studiengangsleiterin und Leiterin der Lehrveranstaltung, wählten die Studierenden zunächst eine von vier Ligen aus. Anschließend entschieden sich die einzelnen Projektgruppen für einen Verein, den sie über das Semester hinweg analysierten. Ziel war es, theoretische Grundlagen des Sportmarketings auf reale Herausforderungen anzuwenden und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Ich halte es für sinnvoll, dass die Studierenden ihr theoretisches Wissen auf ein echtes Fallbeispiel anwenden. Dadurch müssen sie die Besonderheiten des Ligensports berücksichtigen und diese in die Entwicklung ihres Marketingkonzepts einfließen lassen

Claudia Stura

Stellvertretende Studiengangsleiterin

Die Projekte reichten dabei vom Frauenfußball bis zum Profieishockey: Unter anderem beschäftigten sich die Studierenden mit dem FC Carl Zeiss Jena und dem SC Freiburg aus der deutschen Frauen-Bundesliga sowie mit den Pioneers Vorarlberg und dem EC iDM Wärmepumpen VSV aus dem österreichischen Eishockey.

Von der Analyse der Zielgruppen über Sponsoring bis hin zur Entwicklung eines Kommunikationskonzepts durchliefen die Studierenden den gesamten Marketingprozess. Wo möglich, suchten sie auch den direkten Austausch mit Ansprechpartnern aus dem Umfeld der Vereine und ergänzten ihre Analysen durch Interviews und Recherchen.

Vom Hörsaal direkt in die Praxis

Besonders intensiv setzte sich die Projektgruppe um Student Jakob Bilgeri mit den Pioneers Vorarlberg auseinander. Für den Vorarlberger war das Projekt weit mehr als eine klassische Seminararbeit. Er bringt bereits umfangreiche Praxiserfahrung mit: In seinem Heimatverein FC Hittisau ist er für Marketing, Social Media, Veranstaltungen und Sponsoring mitverantwortlich. Gerade deshalb reizte ihn die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen eines Profivereins.

Porträt von HOK-Student Jakob Bilgeri im Online-Meeting während seines Interviews zum Sportmarketing.
© HOK

Jakob Bilgeri sammelte im HOK-Praxisprojekt wertvolle Erkenntnisse für die Markenkommunikation im Profisport.

„Von außen betrachtet denkt man hauptsächlich an den sportlichen Erfolg“, sagt Bilgeri. „Das Projekt hat aber gezeigt, wie wichtig Identifikation und Fanbindung für einen Verein sind – unabhängig davon, ob es sich um einen kleinen oder großen Club handelt.“

Gemeinsam mit seinem Team analysierte er die bestehende Markenkommunikation der Pioneers, setzte sich intensiv mit den Zielgruppen auseinander und entwickelte konkrete Ideen, wie die Bindung zwischen Verein und Fans weiter gestärkt werden könnte. Dazu gehörten unter anderem Überlegungen zu einer stärkeren Community rund um den Verein, neuen digitalen Angeboten sowie Maßnahmen, die emotionale Verbundenheit der Fans weiter auszubauen.

Besonders spannend war für Bilgeri dabei der Vergleich zwischen Amateur- und Profisport. Während er viele Marketingmaßnahmen aus seinem eigenen Vereinsalltag kennt und selbst umsetzt, zeigte ihm das Projekt, wie vielschichtig die strategische Arbeit in einem Profiverein tatsächlich ist. „Projektarbeiten wie diese machen das Studium besonders praxisnah. Man bringt unterschiedliche Erfahrungen zusammen und entwickelt gemeinsam Lösungen für reale Herausforderungen.“

Lernen mit echtem Mehrwert

Genau darin sieht auch Claudia Stura den besonderen Wert der Lehrveranstaltung. Statt theoretische Modelle losgelöst von der Praxis zu behandeln, setzen sich die Studierenden mit realen Fragestellungen auseinander und entwickeln Lösungen für konkrete Anwendungsfälle. Gleichzeitig lernen sie, wissenschaftliche Methoden mit praktischen Anforderungen zu verbinden und unterschiedliche Perspektiven in ihre Konzepte einfließen zu lassen.

So entstehen nicht nur fundierte Marketingstrategien, sondern auch Erfahrungen, die den Studierenden weit über das Studium hinaus zugutekommen.

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