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Wie stärkt man regionalen Kulturtourismus? EMY hat Antworten

  • 20.10.2026
  • Forschung
Das Projektpartner:innen-Treffen des Interreg-Projekts EMY in Maniago mit Vertreterinnen der HOK Judith Roloff, Emily Kirchlechner und Prof. (FH) Dr. Verena Teissl.
© Anna Battistella

Das Projektpartner:innen Treffen in Maniago Teilnehmende aus den Gemeinden Montebelluna und Maniago, der Fondazione Università Ca’ Foscari sowie der HOK Kufstein. Vetreterinnen der HOK: Judith Roloff (1. Person von links), Emily Kirchlechner (7 Person von links) und Prof.in (FH) Dr.in Verena Teissl (11. Person von links).

Das vierte Partner:innen-Treffen des Interreg Italia-Österreich-Projekts EMY reflektierte die Ergebnisse der Cross-Boarder Learning Experience. Darüber hinaus fanden zwei Workshops zur strategischen Kooperation zwischen Kultur, Tourismus und Politik statt.

Das vierte Partner:innen-Treffen fand Anfang Oktober 2026 in Maniago (Friaul-Julisch Venetien) statt und brachte alle Akteur:innen des EMY-Projekts zusammen. Im Mittelpunkt stand die die Reflektion der Anfang September durchgeführten Cross-Border Learning Experience. Eine Woche lang erkundeten Jugendliche der Generation Z innovative, interaktive Museumsangebote in Italien und Tirol. So wurden die Projektziele von EMY – junge Menschen für Kultur und Museen zu begeistern und den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern – erlebbar gemacht.

In den darauffolgenden Tagen fand in den Partnergemeinden Maniago (Friaul-Julisch Venetien) sowie Montebelluna (Venetien) die letzte Veranstaltung der grenzüberschreitenden Workshopreihe des EMY-Projekts statt. Die Workshopreihe wurde von der der Università Ca‘ Foscari (FCF) sowie der HOK | Hochschule Kufstein Tirol entwickelt. Der Workshop wurde von Verena Teissl, Professorin (FH) für Kulturmanagement & Kulturwissenschaft an der HOK, geleitet. Der thematische Schwerpunkt lag auf der Entwicklung des lokalen Kultur- und Kreativtourismus, sowie der regionalen Vernetzung zwischen Kultureinrichtungen und Tourismusverbänden. Ziel war es, Akteure aus diversen lokalen und regionalen Organisationen zusammenzubringen und gemeinsam über strategische Kooperation zwischen Kultur, Tourismus und Politik zu sprechen. 

Kultureinrichtungen und Kulturangebote verleihen einer Region Authentizität, was für Einheimische ebenso wie für Gäste von Bedeutung ist. Kooperationen zwischen Kultur- und Tourismuseinrichtungen führen unterschiedliche Kompetenzen zusammen und lassen größer denken; Augenhöhe ist dabei zentral.

Verena Teissl 

Professorin (FH) für Kulturmanagement & Kulturwissenschaft

Die drei Ebenen der Integration von Kultur in Tourismus 

Der erste Teil des Workshops vermittelte Hintergrundwissen zu Kooperationen und Netzwerken in Kulturtourismus. Hierbei ist als ein Merkmal von Kulturtourismus hervorzuheben, dass Kultur als einen Prozess gesehen wird, der sich authentisch und in vielfältiger Ausprägung in einer Region entwickelt und somit über die Idee von Kultur als lediglich ein Randprodukt der Tourismusstrategie hinausgeht. Kultur ermöglicht lebendige und authentische Zugänge zur Geschichte und Gegenwart einer Region.

Teilnehmende des Interreg-Projekts EMY arbeiten gemeinsam in einem interaktiven Workshop zur Vernetzung von Kultur, Tourismus und Politik.
© Anna Battistella

Prof.in (FH) Dr.in Verena Teissl beim Vortrag. 

Kultur als solches kann auf unterschiedlichen Ebenen von dem regionalen Tourismus integriert werden. Auf der ersten Ebene spielt Kultur eine untergeordnete Rolle und wird höchstens durch einzelne Events oder Kulturstätten von Tourismusorganisationen erwähnt. Auf der zweiten Ebene wird eine bestimmte Konzeption von Kultur in der Tourismusstrategie aufgenommen, welche oft nicht die authentische, aktuelle Kulturlandschaft widerspiegelt, sondern einen Schwerpunkt auf ein meist konservatives traditionelles kulturelles Erbe legt. Auf der dritten Ebene wird die zeitgenössische Kulturlandschaft als Ganzes proaktiv in die Tourismusstrategie mit aufgenommen und prägt das Bild der Region.

Kooperation und Netzwerke zwischen Kultur und Tourismus

Der zweite Teil des Workshops fungierte als interaktives Format, um die Teilnehmenden in unterschiedlichen Netzwerken zu verbinden. Aus der Wissenschaft bekannte Netzwerktypen dienten als Rahmen für die Gruppenbildung. 

  • Netzwerktyp Kultur - Kultur: In diesem Netzwerk fanden sich Vertretende unterschiedlicher Kulturorganisationen zusammen und besprachen die bestehenden oder notwendigen Netzwerke, Kommunikationskanäle oder Kooperationen, welche ihnen als kulturschaffenden Akteuren die Zusammenarbeit bereichern und ein gegenseitiges Unterstützen und Lernen ermöglichen.
  • Netzwerktyp Kultur - Tourismus: In diesem Netzwerktypus fanden sich Vertretende aus Kulturorganisationen und Tourismusverbänden zusammen. Ein Schlüsselelement in dieser Kooperation ist es, die Unterschiede in den Zugängen, Perspektiven und Zielen von Seiten der Kulturschaffenden und der Touristiker zu verstehen und zu mediieren. Mit dem gegenseitigen Verständnis der jeweils anderen Perspektive kann eine gewinnbringende Zusammenarbeit entstehen.
  • Netzwerktyp Kultur - Tourismus - Politik: Teilnehmende dieses Netzwerkes setzten sich aktiv mit dem machtdynamischen Gefälle der unterschiedlichen Akteure auseinander und besprachen, inwiefern eine komplexe, ganzheitliche Zusammenarbeit die regionale Kultur, aber auch den Tourismus und somit die gesamte Region stärken kann. 

Die Workshopmodule fanden in den Partnerregionen großen Anklang und haben die Teilnehmenden wirkungsvoll miteinander verbunden – besonders erfreulich war es zu sehen, dass sich innerhalb des Workshops Akteure, welche bis dato noch nicht in Austausch standen, vernetzten und produktiv eine mögliche Zusammenarbeit besprachen.

What´s Next: 

Am 17. November findet dieser Workshop auch in Innsbruck statt. Die Projektverantwortlichen laden alle jene ein, die sich in Kultur und Tourismus sowie von Seiten der Politik vernetzen oder über die Zusammenarbeit in ihren bestehenden Netzwerken analysieren und auf die nächste Ebene bringen wollen. Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Fragen wie: Wie möchten wir wahrgenommen werden? Für welche Themen steht unsere Region? Wie wollen wir zusammenarbeiten? 

Der Workshop steht auch jenen frei, die einen Einblick in die Thematik bekommen wollen und erste Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Kultur, Tourismus und Politik bekommen wollen.

Aufgrund der Förderung von Interreg Italia-Österreich ist dieser Workshop kostenlos – zur Anmeldung geht’s HIER.

Links: