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60 Prozent Sichtbarkeit: Zählt LinkedIn mehr als die Note?

  • 03.09.2026
  • News Studiengang
Porträt der Personal-Branding-Expertin Silvia Wurzer für ihren Gastvortrag zu LinkedIn-Sichtbarkeit an der HOK.
© Silvia Wurzer

Personal-Branding-Expertin Silvia Wurzer gab HOK-Studierenden wertvolle Einblicke in digitale Sichtbarkeit und Karrierestrategien auf LinkedIn.

Leistung allein reicht heute nicht mehr aus – 60 Prozent des beruflichen Aufstiegs hängen von der eigenen Sichtbarkeit ab. Personal-Branding-Expertin Silvia Wurzer zeigte HOK-Studierenden, wie man LinkedIn als Karriere-Beschleuniger nutzt und authentisch auffällt.

Personal-Branding-Expertin Silvia Wurzer war vor Kurzem an der HOK | Hochschule Kufstein Tirol zu Gast und nahm die Studierenden mit in die Welt der digitalen Sichtbarkeit. In einer Keynote für einen Vollzeit- und einen berufsbegleitenden Jahrgang des Bachelorstudiengangs Marketing & Kommunikationsmanagement erläuterte sie, warum eine persönliche Marke weit mehr ist als reine Selbstvermarktung. Eingeladen hatte Stephanie Kogler, PhD, im Rahmen der Lehrveranstaltung Online Marketing.

Silvia Wurzer weiß, wovon sie spricht: Als Gründerin von „The 2025 Club®“ bringt sie über zehn Jahre Erfahrung aus dem B2B- und Big-Tech-Bereich mit, unter anderem bei Meta, Zoom und Pinterest. Ihren eigenen Werdegang richtete sie mehrfach neu aus und ergriff Chancen, sobald sie sich boten. Dass große Technologieunternehmen von sich aus über LinkedIn auf sie zukamen, verdankt sie ihrer konsequenten und authentischen digitalen Sichtbarkeit.

Sichtbarkeit statt Selbstdarstellung

Viele verbinden den Begriff Personal Branding zunächst mit reiner Selbstdarstellung. In einer Umfrage unter den Studierenden teilte mehr als die Hälfte diese Einschätzung, nur gut ein Drittel sah darin ein Werkzeug für die eigene Karriere. Für Wurzer beruht das auf einem Missverständnis – und hier setzt ihre erste Überzeugung an: Eine persönliche Marke bedeutet nicht, sich in den Vordergrund zu stellen, sondern die eigenen Fähigkeiten, Ideen und die eigene Geschichte sichtbar zu machen.

Dass Sichtbarkeit kein bloßes Beiwerk ist, verdeutlichte sie anhand des PIE-Modells des Organisationsforschers Harvey Coleman. Demnach entfallen nur 10 Prozent des beruflichen Aufstiegs auf die reine Leistung, 30 Prozent auf das Image und 60 Prozent auf die Sichtbarkeit.

Authentizität und Umwege als Stärke

Eng damit verbunden ist eine zweite Überzeugung der Expertin: Eine erfolgreiche Laufbahn muss nicht geradlinig verlaufen. Auslandsaufenthalte, Quereinstiege, Nebenprojekte oder der Schritt in die Selbstständigkeit seien keine Brüche im Lebenslauf. Sie können zum entscheidenden Vorteil werden, da sie von Offenheit und Mut zeugen. Chancen ergeben sich heute, so Wurzer, oft nicht mehr über klassische Bewerbungen, sondern dadurch, dass man auf LinkedIn sichtbar und auffindbar ist.

Eine überzeugende persönliche Marke entsteht nicht allein durch Qualifikationen, sondern vor allem durch ein authentisches und stimmiges Gesamtbild. Individuelle Erfahrungen können ein Profil bereichern und es unverwechselbar machen. Entscheidend ist, diese Erfahrungen nachvollziehbar einzuordnen und glaubwürdig zu kommunizieren. Authentizität wird besonders dann sichtbar, wenn Menschen ihre Lernschritte, Interessen und berufliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig teilen.

Vom Profil zum Plan: konkrete Schritte

Wie sich diese Beständigkeit praktisch umsetzen lässt, zeigte Wurzer den Studierenden anhand von LinkedIn. Das Netzwerk versteht sie nicht als digitalen Lebenslauf, sondern als persönliche Landingpage – mit klarer Überschrift, professionellem Foto, aussagekräftigem Bannerbild und einer prägnanten Ein-Satz-Positionierung. Für regelmäßige Beiträge empfiehlt sie die 70-20-10-Mischung aus persönlichen Geschichten, fachlichem Mehrwert und sozialen Belegen für die eigene Kompetenz.

Als zentrales Learning nahmen die angehenden Marketing-Fachleute mit, dass sich Sichtbarkeit früh und mit kleinen, beständigen Schritten aufbauen lässt, statt sie dem Zufall zu überlassen. Einen konkreten Weg dafür bietet der 30-Tage-Personal-Branding-Sprint: Rund 30 Minuten pro Woche sind ausreichend, um die eigene Positionierung zu schärfen, das Profil zu optimieren und erste Beiträge zu veröffentlichen. Mit praxisnahen Einblicken und sofort anwendbaren Werkzeugen lieferte der Gastvortrag von Silvia Wurzer den Studierenden wertvolle Impulse für eine sichtbare und selbstbestimmte berufliche Laufbahn.

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