Tiroler Drohnenkompetenz: Staatssekretär Leichtfried besucht HOK
- 29.10.2026
- Allgemein
Einblicke für Staatssekretär Leichtfried in die Drohnenausbildung, -forschung und Anwendungsgebiete (Bild von links) Prof. (FH) Dr. Martin Adam (Studiengangsleitung Drone Engineering), FH-Rektor Prof. (FH) PD Dr. Mario Döller, Staatssekretär Mag. Jörg Leichtfried, Prof. (FH) Dr. Christian Schmid (Prof. für Produktentwicklung)
Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kufstein Tirol (HOK) verbindet ein europäisches Pionierstudium mit intensiver Drohnenforschung und einem starken Unternehmensnetzwerk. Am 28. Oktober erhielt Staatssekretär Mag. Jörg Leichtfried Einblicke in das Zusammenwirken von Ausbildung, Forschung und Anwendung.
Wie werden aus wissenschaftlichen Ideen praxistaugliche Drohnenanwendungen? Dieser Frage widmet sich der Besuch von Staatssekretär Leichtfried an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kufstein Tirol (HOK). Gemeinsam mit Studierenden, Forschenden und Unternehmen zeigte die Hochschule, wie in der Region Kompetenzen für eine wichtige Zukunftstechnologie aufgebaut und in konkrete Anwendungen überführt werden.
Mit dem europaweit ersten englischsprachigen Vollzeit-Bachelorstudiengang im Bereich Drone Engineering nimmt die HOK eine Vorreiterrolle ein. Die Ausbildung verbindet Drohnendesign, Steuerung und Programmierung mit künstlicher Intelligenz, Sensorik und Datenanalyse. Beim Besuch des Staatssekretärs für Staatsschutz und Nachrichtendienste demonstrierten Studierende und Lehrende, wie Drohnenmissionen geplant, in der Simulation getestet und anschließend praktisch umgesetzt werden. Das Mobility Labor und das Vicon Indoor Drone Lab schaffen dafür eine kontrollierte Forschungs- und Lernumgebung.
Intensive Forschung für neue Einsatzmöglichkeiten
Die Ausbildung ist eng mit den Forschungsaktivitäten der Hochschule verknüpft. Im Mittelpunkt des Besuchs standen unter anderem Wasserstoff-Drohnen, innovative Energiekonzepte und autonome Drohnenschwärme. „Die Forschung an der HOK adressiert damit zentrale Herausforderungen des Drohneneinsatzes: längere Flugzeiten, die intelligente Zusammenarbeit mehrerer Drohnen und den zuverlässigen Einsatz autonomer Systeme“, fasst FH-Rektor Prof. (FH) PD Dr. Mario Döller zusammen. Studierende erhalten direkten Zugang zu diesen Entwicklungen und können ihre Kompetenzen an konkreten Forschungsfragen vertiefen.
Staatssekretär Leichtfried zeigte sich sehr beeindruckt
„Drohnen bieten große Chancen, stellen uns aber auch vor neue sicherheitspolitische Aufgaben. Der Schutz vor missbräuchlicher Nutzung ist eine gesamtstaatliche Herausforderung, die ein abgestimmtes Vorgehen aller relevanten Akteure erfordert – von der Gesetzgebung über die Sicherheitsbehörden bis hin zu Forschung und Industrie. Dabei gilt es, am Zahn der Zeit zu bleiben. Dass hier in Kufstein der europaweit erste Bachelorstudiengang stattfindet, ist ein großer Meilenstein – sowohl für die inhaltliche Arbeit als auch als Symbol für den österreichischen Wissenschaftsstandort“, so Staatssekretär Jörg Leichtfried, der sich nach seinem Besuch sehr beeindruckt zeigte und sowohl den Lehrenden als auch den Studierenden großen Respekt und Dank aussprach.
Staatssekretär Leichtfried testete selbst die Drohnensteuerung mit VR-Brille. Im Bild links mit Neno Ruseno PhD (Lehrender für Drone Flight & Aviation Systems) sowie rechts Prof. (FH) Dr. Habil Ngoc Thinh Nguyen (Stv. Studiengangsleiter Drone Engineering)
Ein regionales Ökosystem mit internationaler Vernetzung
Die Unternehmenspräsentationen machten die Vielfalt des Drohnenökosystems am Standort Kufstein und dessen internationale Vernetzung sichtbar. TWINS bringt Kompetenzen im Drohnenbau ein, VOERE präsentierte den Bereich Drohnenabwehr und die Drone Champions League die Perspektive des Drohnenrennsports. Deep Blue Aviation stellte das Thema Wasserstoff-Drohne vor. UXMachines wurde aus Australien zugeschaltet und gab Einblicke in U-Space, die digitale Organisation des Drohnenverkehrs. Der Bezirksfeuerwehrverband Kufstein ergänzte das Programm um die Anforderungen und Möglichkeiten von Einsatzdrohnen im zivilen Bereich.
Die Beiträge zeigten, wie sich wissenschaftliche Expertise, unternehmerisches Know-how und praktische Einsatzerfahrung ergänzen. Die Hochschule bildet dafür Fachkräfte aus, erforscht neue Technologien und bietet Unternehmen Anknüpfungspunkte für gemeinsame Entwicklungen. So entstehen Voraussetzungen für Innovation und zusätzliche Wertschöpfung in der Region.
Den Abschluss des Besuchs bildete ein Austausch über die Bedarfe der Industrie und des Bundesministeriums für Inneres. Im Fokus stand die Frage, wie Ausbildung, Forschung und betriebliche Praxis künftig noch enger zusammenwirken können.