Vom HOK-Hörsaal zur eigenen KI-Agentur: Alumnus packt aus
- 01.09.2026
- News Studiengang
Alexander Herold hat nach dem Studium den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Heute führt er zwei Agenturen und spricht im Interview offen über seinen beruflichen Weg, Entwicklungen im digitalen Bereich und die Erfahrungen, die ihn dabei geprägt haben.
Alexander Herold wagte nach dem Studium den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute führt er erfolgreich die Agenturen LinebyLine und DKI – Die KI Beratung. Im Interview spricht er über seinen Werdegang, aktuelle Web-Trends und die prägende Zeit an der HOK.
Ist der Agenturmarkt nicht schon voll genug? Diese Frage stellte sich auch Alexander Herold vor seiner Gründung. Trotzdem wagte der erfolgreiche Alumnus der HOK | Hochschule Kufstein Tirol den Schritt in die Selbstständigkeit – ausgestattet mit gleich zwei Abschlüssen der HOK – und hat die Theorie seines Bachelorstudiums Marketing & Kommunikationsmanagement sowie seines berufsbegleitenden Masterstudiums Web Communication & Information Systems (jetzt: Web Engineering & IT Solutions) direkt in die Praxis überführt.
Nach ersten Karrierestationen im Marketing einer Bank sowie in der Systemgastronomie gründete er die Webdesign- und SEO-Agentur LinebyLine sowie die DKI – Die KI Beratung. Im Gespräch blickt der Digital-Unternehmer auf seine Erfahrungen zurück, gibt wertvolle Einblicke in aktuelle technologische Entwicklungen und erklärt, wie ihn sein Studium auf die Selbstständigkeit vorbereitet hat und warum er trotz aller Konkurrenz seinen eigenen Weg gegangen ist.
Vom Hörsaal direkt in die Praxis: Wie verlief Ihr Weg nach dem Studienabschluss und was hat Sie letztendlich zur Gründung Ihrer eigenen Agenturen bewogen?
Alexander Herold: Mein Weg begann bereits während des Bachelorstudiums, da mir das direkte Erproben theoretischer Inhalte immer wichtig war. Nach ersten Projekten im Startup-Bereich folgten Stationen in der Systemgastronomie und im Bankensektor, wo ich wertvolle Einblicke in Analytics, Customer Experience und strategische Kommunikation sammeln konnte. Trotz des dichten Agenturmarktes reizte mich die Selbstständigkeit: Ich wollte Projekte ganzheitlicher anpacken, direkte Verantwortung für Ergebnisse übernehmen und die Nähe zu den Kund:innen in den Mittelpunkt stellen. Genau daraus sind meine beiden heutigen Agenturen entstanden.
Mit LinebyLine und DKI – Die KI Beratung führen Sie heute zwei spezialisierte Unternehmen. Wo genau liegen die Schwerpunkte Ihrer täglichen Arbeit?
Herold: Die beiden Agenturen ergänzen sich ideal, bedienen jedoch unterschiedliche strategische Hebel. Mit LinebyLine unterstützen wir Unternehmen bei der ganzheitlichen Umsetzung digitaler Strategien. Dabei fokussieren wir uns auf Webdesign, Suchmaschinenoptimierung, Conversion-Optimierung und messbaren Vertrauensaufbau auf Websites. Bei DKI hingegen nähern wir uns dem Thema Künstliche Intelligenz frei von Hypes. Wir zeigen Betrieben, wie sie KI-Anwendungen in interne Prozesse, das Wissensmanagement, die Automatisierung oder die Teamzusammenarbeit integrieren. Uns geht es nie um bloße Tool-Listen, sondern um die nahtlose Einbindung von Technologie in bestehende Unternehmensstrukturen, um echten, messbaren Mehrwert zu schaffen.
Ohne ein klares Konzept generieren Unternehmen lediglich austauschbaren Content, der am Markt verpufft.
Alexander Herold
HOK-Alumnus
Künstliche Intelligenz revolutioniert derzeit viele Branchen. Welche konkrete Rolle spielt KI in Ihrer täglichen Agenturpraxis und wie verändert sie das moderne Marketing?
Herold: In unserer Agentur dient KI heute vor allem als intelligenter Beschleuniger für Recherchen, Datenstrukturierungen, Analysen und die Ideenfindung. Für das gesamte Marketing bedeutet diese Technologie jedoch einen fundamentalen Wandel: Die Erwartungshaltung an Qualität verschiebt sich radikal. Es ist spielend leicht geworden, in kürzester Zeit große Mengen an durchschnittlichem Output zu erzeugen. Genau darin liegt die Gefahr. Ein Wettbewerbsvorteil entsteht heute nicht mehr durch die Nutzung von KI-Tools an sich, sondern durch deren strategischen, klugen Einsatz.
Wie verändert die zunehmende Verbreitung von KI-Suchen das klassische SEO und worauf müssen sich Unternehmen einstellen?
Herold: Marketing, SEO und KI wachsen unaufhaltsam zusammen. Suchmaschinenoptimierung verliert dadurch keineswegs an Bedeutung, sie verändert sich nur grundlegend. Der Fokus verschiebt sich weg von der bloßen Jagd nach einzelnen Keyword-Rankings hin zu einer umfassenden digitalen Präsenz. Künftig geht es darum, in klassischen Suchen ebenso sichtbar zu sein wie in KI-gestützten Antworten oder Markenrecherchen. Weil KI massenhaft generische Inhalte ausspucken kann, überleben am Markt nur authentische Inhalte mit echtem Mehrwert. Unternehmen müssen sich fragen: Warum sollte eine KI-Suche oder ein Mensch ausgerechnet unserer Expertise vertrauen? Gefragt sind klare Positionierung, nachvollziehbare Praxisbeispiele, strukturierte Daten und unmissverständliche Vertrauenssignals.
Wenn Sie auf Ihre Zeit an der HOK | Hochschule Kufstein Tirol zurückblicken: Welche fachlichen Kompetenzen und persönlichen Erfahrungen haben Sie am stärksten geprägt?
Herold: Das Studium hat mein Denken in vernetzten, digitalen Systemen massiv geschult. Die Kombination aus fundierten Grundlagen im Bachelor Marketing & Kommunikationsmanagement und dem systemischen Fokus auf Plattformen, Daten und Nutzerverhalten im Master Web Communication & Information Systems (Anm. Red.: jetzt Web Engineering & IT Solutions) prägt meine tägliche Arbeit bis heute. Ein persönliches Highlight war mein Auslandssemester in Malaysia. Diese sechs Monate lehrten mich, mich in fremden Umgebungen zu bewegen und interkulturell sensibel sowie pragmatisch zu kommunizieren – eine Kernkompetenz im heutigen Marketing. Von meiner Laufbahn nehme ich vor allem die Erkenntnis mit: Umsetzung schlägt Perfektion. Man lernt am meisten durch das Tun, das Messen und kontinuierliche Optimieren. Auch das Hochschulumfeld und das Alumni-Netzwerk haben für mich einen hohen Stellenwert; das gegenseitige Vertrauen und die entstandenen Freundschaften bleiben bis heute bestehen.